Konflikte meistern auf dem GfK-Tanzparkett

Wie würde wohl eine (Arbeits-)Welt aussehen, in der Menschen Verantwortung für ihre Gefühle übernehmen?

Im ersten Modul „Konflikte meistern“ unserer 3-monatigen Reise der »Agile Habit Mastermind« tauchten wir gemeinsam mit den Teilnehmenden tief in die Welt des individuellen Konfliktverhaltens ein, orientiert an dem inspirierenden Modell der Gewaltfreien Kommunikation (GfK). Diese Methode ermöglicht uns, in beruflichen und persönlichen Beziehungen effektiver zu kommunizieren und Konflikte konstruktiv zu lösen.

Die Essenz dieses Modells liegt darin, dass Konflikte nicht nur auf rationaler Ebene, durch Argumente und Strategien, bewältigt werden können. Die negative Gefühle in Konflikten spiegeln unerfüllte Bedürfnisse wider. Das Verständnis für diese Bedürfnisse fördert die Bereitschaft zur Verhaltensänderung und gemeinsamen Lösungsfindung. 

Eine Übung, die das Bewusstsein für innere Prozesse schärft, ist das „Gfk-Tanzparkett“. 

Möchtest du es selbst ausprobieren? Nimm einen aktuellen Konflikt und tanze gedanklich über das GfK-Tanzparkett:

💃🕺 Kontext: Skizziere kurz den Kontext, in dem der Konflikt auftrat. Was ist passiert? Welche Personen sind beteiligt?

💃🕺 Auslöser: Benenne eine Momentaufnahme, als würdest du einen Film an der wichtigsten Stelle anhalten. Welcher Satz oder welche konkrete Handlung hat den Konflikt ausgelöst?

Beispiel: Die Managerin kommt in das Büro und sagt: „Ich brauche XY und zwar bis morgen früh. Ich habe gerade keine Zeit für eure Fragen, ihr macht das schon.“

Es gibt zwei gedankliche Stränge (Selbstempathie & Empathie für andere), an denen du dich entlang hangeln kannst.

 

Schritt 1: Selbstempathie

💃🕺 Gefühle: Welche Gefühle oder Körperempfindungen nimmst du bei dir wahr?

Beispiel: „Ich fühle mich überfordert und frustriert.“

💃🕺 Bedürfnisse: Welche Bedürfnisse bleiben unerfüllt?

Beispiel: „Mir sind Klarheit und Transparenz bei der Aufgabenstellung wichtig, um die Aufgaben effizient zu erledigen und eine hohe Qualität der Ergebnisse gewährleisten zu können.“

Innehalten: Wie fühlt es sich für dich an, wenn Klarheit, Transparenz, Qualität und Effizienz gegeben sind?

 

Schritt 2: Empathie für das Gegenüber

Versetze dich empathisch in die Perspektive der anderen Person.

💃🕺 Gefühle: Wie denkst du, geht es der anderen Person?

Beispiel: „Ich könnte mir vorstellen, dass sie selbst gestresst ist und ein bisschen unzufrieden.“

💃🕺 Bedürfnisse: Was ist ihr in dieser Situation vielleicht wichtig?

Beispiel: „Es scheint, als sei ihr der Erfolg des Projekts sehr wichtig. Sie fühlt sich für das Team verantwortlich und legt Wert auf Effizienz.“

Abschließend, bringst du die beiden Perspektiven zusammen. Ziel ist, eine Lösung zu finden, die für beide Seiten annehmbar ist.

💃🕺 Bitte: Welche Bitte könntest du äußern, sei es an dich selbst oder an die andere Person?

Beispiel: „Damit ich die Aufgabe erfolgreich bearbeiten kann und genau das liefere, was der Kunde sich wünscht, hilft es mir, wenn du mir in 15 fokussierten Minuten erklärst, was die wichtigsten Kriterien der Aufgabe sind. Wie klingt das für dich?“

 

 

Wie würde wohl eine Welt aussehen, in der Verbindung schaffen wichtiger ist als „Recht haben wollen“?

In der »Agile Habit Mastermind« lernst du Methoden wie das „Gfk Tanzparkett“ kennen und wendest es in praktischen Übungen an. 

Ein Learning unserer Teilnehmenden unserer Mastermind war, dass es sich bei einem Konflikt oftmals um die gleichen Bedürfnisse handelt, die nicht erfüllt werden. Beiden Parteien in unserem Beispiel ist es wichtig, die Arbeit effektiv zu gestalten und Aufgaben mit hoher Qualität abzuliefern. Das Gfk-Tanzmodell hilft, diese Parallelen zu erkennen und sich auf ein Konfliktgespräch besser vorzubereiten. 

Bist du neugierig auf den zweiten Schritt? Dann check doch gerne mal unseren Blogartikel zum gewaltfreien Feedback. Dort erfährst du, wie du deine Erkenntnisse in einem Gespräch formulieren kannst. 

Wir haben die »Agile Habit Mastermind« ins Leben gerufen, um erfahrene Führungskräfte in ihrer Verantwortung zu unterstützen, Teams durch die Ungewissheit zu navigieren. Unser Ziel ist es, die kuratierte Gruppe in ihrer Kompetenzentwicklung zu begleiten, Eigenverantwortung im Team zu entwickeln, Konfliktgespräche auf Augenhöhe zu führen und die Teamhaltung gegenüber Veränderungen zu fördern.

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