Teams navigieren per Persönlichkeitskompass

In einer Arbeitswelt, die sich unaufhörlich dreht, wo Veränderungen wie stürmische Winde über die Unternehmenslandschaft fegen und Unwägbarkeit oft die Sicht trübt, gibt es ein Werkzeug, das dir helfen kann, den Kurs zu halten – ein Kompass, der in der Lage ist, die Gedanken deiner Mitarbeitenden zu lesen, ihre Wünsche zu entschlüsseln und ihre Motive zu verstehen. Die Rede ist vom DISG-Modell.

 

Die 4 Verhaltensstile in deinem Team

Führungskräfte gleichen Kapitän:innen, die ihre Navigationsfähigkeiten nutzen, um ihre Schiffe sicher durch unbekanntes Terrain der Zusammenarbeit zu führen. Das DISG-Modell ist ein wertvolles Werkzeug, unterstützend wie eine leuchtende Laterne in der Dunkelheit. Doch anstatt sich auf Sterne oder Landmarken zu verlassen, hilft der Kompass durch die Persönlichkeitstypen zu navigieren, die das Verhalten, die Motive und die Art der Kommunikation jedes Einzelnen prägen.

Das DISG-Modell basiert auf vier Haupttypen von Verhaltensstilen: Dominant (D), Initiativ (I), Stetig (S) und Gewissenhaft (G). Jeder Mensch weist eine Kombination dieser Stile auf, wobei einer in einem jeweiligen Kontext (z.B. Job, Sport-Team, Familie etc.) oft stärker ausgeprägt ist.

Der Dominante (D): Wie ein starker Wind, der das Schiff nach vorne treibt, ist der Dominante impulsiv, entscheidungsfreudig und zielgerichtet. Diese Persönlichkeitstypen sind die Anführer:innen, die keine Angst haben, Herausforderungen direkt anzugehen. Für Führungskräfte sind sie wie wertvolle Navigationsinstrumente – sie geben die Richtung vor und helfen, das Ziel im Blick zu behalten. Wenn du eine dominante Persönlichkeit im Team hast, sprich ihre Entschlossenheit an und gib ihnen klare Ziele. Respektiere ihre Unabhängigkeit und biete Unterstützung an, sobald Hindernisse auftreten.

Der Initiative (I): Wie wärmendes Sonnenlicht erhellen die Initiativen jeden Winkel eines Teams mit ihrer Energie und Begeisterung. Sie sind sozial versiert, motivierend und lieben es, Beziehungen aufzubauen. Führungskräfte können sie als geborene Netzwerker:innen sehen, die das Team zusammenhalten. Um ihre Motivation zu fördern, betone die Bedeutung ihrer Interaktionen und ermutige sie, ihre Ideen zu teilen. Beachte, dass sie manchmal von zu vielen Optionen überwältigt werden können – hilf ihnen, den Fokus zu behalten.

Der Stetige (S): Wie die ruhigen Gewässer in einer Bucht bieten die Stetigen Stabilität und Ausgeglichenheit im Team. Sie sind zuverlässig, geduldig und arbeiten am liebsten im Hintergrund. Führungskräfte können sie als die Anker sehen, die das Team in stürmischen Zeiten sichern. Achte darauf, dass du ihre Geduld und Loyalität anerkennst. Gib klare Strukturen und Aufgaben vor und vermeide abrupte und häufige Veränderungen, die ihre gewohnten Arbeitsabläufe und -umgebungen beeinträchtigen.

Der Gewissenhafte (G): Wie die weiten Unterwasserwelten unter der Oberfläche verborgen sind, halten die Gewissenhaften eine gut organisierte Welt voller Wissen und Präzision bereit. Sie sind sorgfältige Denker, die bevorzugt alle Details betrachten, bevor sie handeln. Führungskräfte können sie als wertvolle Quelle für Zahlen, Daten, Fakten und strukturierte Analysen betrachten. Gib ihnen Raum, um ihre Gedanken zu formulieren, und schätze ihre gewissenhafte Arbeit. Vermeide es, sie übermäßig in soziale Situationen zu bringen, da sie Zeit für ihre eigenen Gedanken benötigen.

 


Wie wissenschaftlich fundiert ist DISG?

Wir verstehen das DISG-Modell nicht als wissenschaftlich fundierte Kategorisierung von Persönlichkeiten. Vielmehr sehen wir den Nutzen und den Vorteil seiner Einfachheit, um etwas besprechbar zu machen, das nur selten zur Sprache kommt. Nämlich, inwiefern sich Menschen in ihren Motiven und Herangehensweisen unterscheiden und was sie in der Zusammenarbeit von ihren Kolleg:innen brauchen. Wir schaffen Bewusstsein für unbewusste Verhaltensweisen und Erwartungen, indem wir uns Stereotypen anschauen, denn in der Überzeichnung liegt die Wahrheit.

 

Wie trainiere ich meine Menschenkenntnis mit dem DISG-Modell?

Das DISG-Modell ist ein kraftvolles Werkzeug, um deine Menschenkenntnis zu trainieren und den Umgang mit schwierigen Charakteren im Team zu verbessern. Im folgenden Abschnitt fassen wir zusammen, wie du deine Menschenkenntnis mit dem DISG- Modell trainieren und im Alltag anwenden kannst.

1. Selbstanalyse: Beginne mit einer Selbstanalyse, um deine eigenen Verhaltensstile zu identifizieren. Reflektiere dein Kommunikationsverhalten, deine Art und Weise Entscheidungen zu treffen und deine bevorzugten Arbeitsweisen. Erkenne deine Stärken und Schwächen und lerne, wie du dich in stressigen Situationen verhältst. Einen vereinfachten kostenlosen Test findest du zahlreich im Internet.

2. Erkenne die Verhaltensstile anderer: Achte bewusst auf das Verhalten und die Kommunikation anderer Teammitglieder. Identifiziere ihre bevorzugten Verhaltensstile und beobachte, wie sie in bestimmten Situationen reagieren.

Reflexionsfragen unterstützen dich, einen Einblick in die persönlichen Präferenzen und Verhaltensmuster einer Person zu gewinnen. Das können zum Beispiel sein:

  • Wirkt meine Mitarbeiter:in eher menschenorientiert oder aufgabenorientiert?
  • Sucht er/sie eher sozialen Kontakt oder eher Abstand, um ihre Batterien aufzuladen?
  • Welche Motive könnte hinter Verhaltensweisen meiner Mitarbeitenden stecken? (Status, , Harmonie, Perfektion?)
  • Wie geht er/sie mit Herausforderungen und/oder Veränderungen um? (impulsiv, logisch, zurückhaltend, vorsichtig, mutig etc.)
  • Was sind bevorzugte Vorgehensweisen, um Ergebnisse zu erzielen? (intuitiv, strukturiert, etc.)
  • Welche Art von Aktivitäten oder Projekten mag das Teammitglied? Was inspiriert ihn/sie?
  • Wie kommuniziert mein:e Mitarbeiter:in seine/ihre Ideen und Gedanken?
  • Wie pflegst er/sie Beziehungen zu Kolleg:innen oder Teammitgliedern?
  • Wie plant er/sie Aufgaben und Projekte?
  • Wie reagiert er/sie auf Situationen, wo schnelle Entscheidungen erforderlich sind?
 

Beachte, dass Menschen oft Merkmale aus mehreren Persönlichkeitstypen aufweisen können. Sei offen für Vielfalt, Nuancen und behalte im Hinterkopf, dass das Ziel ist, ein besseres Verständnis für die individuellen Stärken und Bedürfnisse zu entwickeln, um eine effektive Kommunikation und situative Führung zu entwickeln.

3. Anpassung und Flexibilität: Nutze dein Wissen über die Verhaltensstile, um deine Kommunikation und dein Verhalten anzupassen. Zeige Flexibilität und Verständnis, wenn du mit verschiedenen Persönlichkeiten interagierst. Das DISG-Modell ermöglicht es, Konflikte und Reibungen besser zu verstehen und zu bewältigen. Wenn du den Verhaltensstil einer Person kennst, kannst du Konflikte einfühlsamer angehen und lösungsorientierte Gespräche führen.

Mit voller Kraft voraus!

Das DISG-Modell ist weit mehr als eine bloße Einteilung oder eine Schublade für Persönlichkeiten. Es ist der Kurs, den du als Kapitän:in setzen kannst, um deine Crew sicher durch die Stürme der Zusammenarbeit zu führen. Wie ein:e erfahrene:r Kapitän:in nutzt du diese erlernte Menschenkenntnis, um den Kurs anzupassen, Segel zu setzen und stürmische Gewässer zu meistern.

Du weißt nun, wie es dir gelingt, Persönlichkeitstypen zu lesen, zu motivieren und zu führen, um ein kraftvolles, harmonisches Team aufzubauen, was sich gemeinsam den Herausforderungen der See stellt. Als Führungskraft agierst du als Navigator:in deines Teams. Deine Aufgabe ist es, die individuellen Stärken, Motive und Präferenzen jedes Persönlichkeitstyps im Blick zu behalten.

In unserem Programm »The Agile Habit  – Mastermind« tauschst du dich mit anderen Führungskräften u.a. darüber aus, inwiefern das DISG-Modell in der Praxis hilft, den Umgang mit schwierigen Charakteren zu meistern. Darüber hinaus lernst du softe Skills und handfeste Methoden, die dir helfen, deine Kommunikationsfähigkeit auszubauen und deine Menschenkenntnis weiterzuentwickeln. Nach unzähligen Gesprächen mit erfahrenen Führungskräften haben wir unseren  Schwerpunkt auf drei Zukunftskompetenzen gelegt: Ownership, Empathie und Anpassungsfähigkeit

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