Die Illusion des Lobes: Warum echte Wertschätzung den Unterschied macht

Die emotionale Bindung der deutschen Arbeitnehmenden befindet sich auf dem niedrigsten Stand der letzten zehn Jahren. Forschungsergebnisse der Gallup Studie zeigen, dass es sich lediglich um einen Anteil von 13 % der Mitarbeiter*innen handelt, der emotional an das Unternehmen gebunden ist. Damit war es noch nie so einfach, Talente abzuwerben. Laut Gallup Studie liegt eine Ursache in der Art und Weise, wie Wertschätzung von Führungskräften vermittelt und formuliert wird.

 

Warum ist Wertschätzung so wichtig?  

Positiver Einfluss auf das Arbeitsklima: Wertschätzung hat einen positiven Einfluss auf das Arbeitsklima. Wenn Kolleg*innen und Vorgesetzte sich gegenseitig wertschätzen und Anerkennung zeigen, entsteht ein harmonisches, motivierendes, unterstützendes Umfeld. Die Zusammenarbeit und Kommunikation verbessern sich, was zu einer angenehmen Atmosphäre führt und das Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen steigert.

Steigerung der Leistungsfähigkeit: Wenn Mitarbeiter*innen ihre Leistungen und Bemühungen anerkannt wissen, fühlen sie sich wertgeschätzt und sind eher bereit, ihr Bestes für das Unternehmen zu geben. Dies trägt dazu bei, die Produktivität und Leistungsfähigkeit des gesamten Teams zu steigern.

Reduzierung von Fluktuation: Wertschätzung fördert Mitarbeiter*innenbindung. Mitarbeiter*innen, die sich geschätzt fühlen, sind eher geneigt, dem Unternehmen treu zu bleiben und langfristig an Board zu bleiben. 

Stressreduktion und Konfliktvermeidung: Mitarbeiter*innen, die sich wertgeschätzt fühlen, sind in der Regel weniger gestresst und weniger anfällig für Konflikte am Arbeitsplatz. Das fördert ein gesundes Arbeitsklima und trägt dazu bei, dass Mitarbeiter*innen ihre Aufgaben effizienter erledigen können.

 

Wieso ein einfaches „Danke“ nicht ausreicht!

Authentische Wertschätzung geht weit über das Gehalt oder ein „Gut gemacht!“ hinaus. Einen Wert zu schätzen bedeutet die konkrete Investition zu sehen, statt nur das Ergebnis oder die erreichten Ziele. Wertschätzung adressiert die konkreten Handlungen und Bemühungen, die eine Person aufwendet, um ein Ergebnis zu erzielen.

Viele Mitarbeitende wünschen sich von Führungskräften als Individuum gesehen zu werden. Dazu zählt ein individuelles Feedback, das über „Gut gemacht“ oder „Danke“ hinaus geht. 

 

Wie können wir Wertschätzung zum Ausdruck bringen?

Der Ansatz der gewaltfreien Kommunikation (auch bekannt aus der Konfliktmoderation), hilft uns wertschätzend zu formulieren. 

Statt nur das Ergebnis zu adressieren: „Der Kunde ist zufrieden. Gut gemacht!“

Nutze die folgenden Schritte, um das Lob als echte Wertschätzung zu formulieren.

  1. Beobachtung des Verhaltens: Beschreibe das konkrete Verhalten, das du beobachtet hast, welches zu dem lobenswerten Ergebnis geführt hat. 
  • Beispiel: Ich habe gesehen, dass du am Dienstag noch 2 Stunden länger im Büro warst, als es beim Kunden einen Notfall gab.
  1. Benennung der Gefühle: Drücke deine Gefühle aus, die das beobachte Verhalten ausgelöst haben. 
  • Beispiel: Ich bin stolz und es beruhigt mich, dich im Team zu wissen.
  1. Beschreibung des Bedürfnisses: Benenne die Bedürfnisse, die durch den Beitrag der anderen Person erfüllt werden. Wie hat das Verhalten der Person sich positiv auf deine Situation ausgewirkt oder zu deiner Leistung, deinem Fokus, deinem Energielevel etc. beigetragen?
  • Beispiel: Weil deine Hands-On-Mentalität / dein Engagement mir ermöglicht, dass ich mich auf meine Führungsaufgaben konzentrieren kann [Bedürfnis nach Fokus], während ich weiß, dass die Kunden gut versorgt sind [Bedürfnis nach Zuverlässigkeit].
 

Übung macht den GfK-Master?

Wie du siehst, liegt dem konstruktiven Feedback nach GfK eine überschaubare Theorie zu Grunde. Aus eigener Erfahrung wissen wir: Die Theorie zu verstehen, bedeutet noch nicht sie erfolgreich und alltagstauglich anwenden zu können. Das braucht Zeit und vor allem Übung! 

In unseren regelmäßigen After-Work-Workshops begleiten wir dich in 90 Minuten dabei, deine kommunikativen Kompetenzen zu verfeinern. Nach einem unserer interaktiven Workshops wirst du anhand eines selbstgewählten Fallbeispiels ausformuliert haben, wie du z.B. als Führungskraft effektives und motivierendes Feedback gibst, das dein Team stärkt und voranbringt. 

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Wenn es deine Aufgabe ist, Menschen zum Erfolg zu führen, und du Potenzial siehst, deine Führungskompetenzen weiterzuentwickeln, könnte unsere »Agile Habit Mastermind« interessant für dich sein. In diesem offenen Format begleiten wir über drei Monate eine kuratierte Gruppe von erfahrenen Führungskräften und „Change Agents“ mit unserem Fach- und Erfahrungswissen.

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