Die Einladung zum ersten KI-Workshop für das Entwickler-Team geht gerade raus. Swooosch. Im nächsten Augenblick klingelt es in Teams.
Andy.
„Was soll das? Ist das überhaupt relevant für mich? KI ist doch ungenau. Am Ende muss ich alles nacharbeiten."
Juliane hätte jetzt erklären, beschwichtigen oder Gegenargumente aufzeigen können.
Sie tat nichts davon.
Stattdessen fragt sie: „Woran machst du das fest?"
Und Andy hatte Antworten. Konkrete. Er hatte KI ausprobiert. Die Ergebnisse waren fachlich nicht sauber genug. Ergebnisse, für die er nicht stehen konnte.
Sein Widerstand hatte nichts mit Angst zu tun. Und nichts mit Verweigerung.
Andy blockierte, weil ihm Qualität wichtig ist.
Das ist ein Unterschied, der in KI-Rollouts oft untergeht. Nicht jeder Widerstand ist so fundiert wie Andys – manchmal geht es um Status, nicht um Qualität.
Zwei Arten von Widerstand
Viele verwechseln zwei völlig verschiedene Arten von Widerstand: Menschen, die sich überfordert fühlen und nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Und Menschen wie Andy, die KI ausprobiert haben, schlechte Erfahrungen gemacht haben und sich bewusst dagegen entscheiden, um ihren eigenen Standard zu schützen.
Die einen brauchen Sicherheit. Die anderen brauchen Einladung. Und was keiner von beiden braucht, ist Druck.
Und wer den Unterschied nicht erkennt, kämpft gegen die falschen Windmühlen.
KI ersetzt gerade vieles. Gute Führung gehört nicht dazu.
Was passiert, wenn du Widerstand ernst nimmst
Was Juliane zu Andy gesagt hat, war: „Komm bitte mit genau dieser Haltung in den Workshop. Und hinterfrage alles kritisch."
Er kam. Er blieb kritisch.
Und genau das hat den Workshop für alle besser gemacht. Denn wenn jemand wie Andy am Ende sagt „Okay, das funktioniert.", dann wissen alle, dass es qualitätsgeprüft ist.
Was das Team dir eigentlich sagen will
Wenn du an dein Team denkst: Weißt du, welcher Widerstand dir gerade gegenübersitzt und wie du ihn nutzt?
Sicherheit und Einladung sind dabei nur die häufigsten Bedürfnisse hinter Widerstand – dahinter können noch andere stecken. Ich habe einen kurzen Leitfaden zusammengestellt.
Fünf Fragen, die dir in fünf Minuten helfen zu verstehen, was dein Teammitglied wirklich braucht – Sicherheit, Anerkennung, oder jemanden, der ihnen eine neue Rolle gibt?
→ Finde heraus, was dein Team dir sagt, ohne es auszusprechen.
Ich bin gespannt, was du berichtest – schreib uns gern.




