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Warum gute Führungskräfte bessere KI-Ergebnisse bekommen

Warum gute Chefs bessere KI-Ergebnisse bekommen

Der Führungs-Check für deine KI-Zusammenarbeit

Sophie Gacs
Sophie Gacs
Co-Founder & Leadership Coach · The Agile Habit

Herzlich Willkommen zum Champions.Letter!

Ich habe unsere Webseite mit KI konzipiert und programmiert – in rund 20 Arbeitsstunden. Was mich dabei am meisten überrascht hat: Die größten Stolpersteine hatten echt wenig mit IT zu tun.

Was ich dabei über die Zusammenarbeit mit KI gelernt habe kam mir dagegen sehr vertraut vor. Ich kenne es aus Teamarbeit, Projekten und Führungssituationen, die uns unsere Klienten schildern.


Was KI wirklich von dir braucht

1️⃣ Kontext statt Anweisungen.

"Erstell mir eine Landingpage für unser Angebot." – Nettes Ergebnis.

"Ich brauche eine Seite, die Führungskräfte anspricht, die sich gerade überfordert fühlen mit KI. Sie sollen sich verstanden fühlen, nicht belehrt." – Komplett anderes Ergebnis.

Das kennt jeder, der schon mal versucht hat, KI für sich arbeiten zu lassen und enttäuscht war. Meistens liegt es daran, dass wir kommunizieren, WAS wir wollen – aber nicht WARUM und für WEN. Es ist dasselbe, was in Meetings passiert, wenn jemand sagt "wir brauchen eine KI-Strategie" und jeder hat eine andere Vorstellung, was damit gemeint ist.

2️⃣ Ohne Strategie wird alles ein Kapla-Turm.

Kennst du das? Kind stapelt Holzklötze. Immer höher. Sieht beeindruckend aus. Dann kommt der eine Stein zu viel – und alles kippt.

So ähnlich sah mein erstes Webseiten-Experiment aus: Hier ein Feature, da ein Fix, dort eine neue Idee draufgepackt. Wächst schnell, fühlt sich produktiv an, aber nichts trägt. Erst als ich angefangen habe, ein Grundgerüst zu definieren – Regeln, wiederverwendbare Bausteine, eine Struktur, die mitwächst – wurde es stabil.

Das ist ein Muster, das ich in Unternehmen ohne KI-Kultur sehe: Ein Team testet ChatGPT, ein anderes kauft Copilot, der Praktikant nutzt Claude. Alle experimentieren – was erstmal gut ist – aber niemand baut auf den Erkenntnissen der anderen auf. Viel Investment, und noch viel mehr: heiße Luft, die schnell verpufft.

3️⃣ KI hat kein Gewissen.

Sie weist dich nicht darauf hin, wenn etwas fehlt. Sie sagt nicht: "Bist du sicher, dass das so raus soll?" Sie macht einfach, was sie von dir verstanden hat – auch wenn der Weg falsch oder schädlich ist.

Bei der Webseite hieß das: unsichtbare Schwachstellen. Die KI hätte sie natürlich finden können, aber ich habe nicht danach gefragt, zu sehr war ich noch in die Details vertieft. Ich durfte lernen, herauszuzoomen und regelmäßig die richtigen Prüfschritte einzubauen. Einen Security-Check. Einen SEO-Blick. Einen Scan durch die Kunden-Brille.

Im Kern ist das wie in jeder Führungsrolle: Wenn du nur Ja-Sager um dich hast, merkst du nicht, wo es brennt. KI ist der perfekte Ja-Sager. Sie will ihr Gesicht nicht verlieren, keine Reibung erzeugen. Wer nicht aufpasst, lagert sein Denken aus, ohne es zu merken. Gleichzeitig ist sie von Hause aus faul und macht nur das Nötigste. Sie braucht dich, damit du die Standards setzt und die unbequemen Fragen stellst.

4️⃣ Und das vielleicht Wichtigste:

KI beantwortet exakt die Frage, die du stellst. Nicht die, die du eigentlich meinst.

"Wie steigere ich die Produktivität meines Teams?" – Generische Liste.

"Ich hab das Gefühl, mein Team arbeitet an den falschen Dingen – aber ich kann nicht greifen, woran es liegt. Was übersehe ich?" – Jetzt arbeitet die KI mit dir, nicht nur für dich.

Bei Mitarbeitenden ist das genauso: Die Qualität der Antwort hängt von der Qualität der Frage ab. Die richtige Frage zu stellen setzt voraus, dass du verstehst, wo eigentlich das Problem liegt. Das ist systemisches Denken.


„KI braucht Führung, keine Prompts."

Stimmt das?

Julianes Antwort: Jein.

Wer nur lernt, bessere Befehle zu formulieren, kommt irgendwann nicht weiter. Prompt Engineering als reine Technik greift zu kurz. Die eigentliche Kompetenz ist Kommunikation, nicht Toolbedienung.

KI braucht Kontext, Struktur, klare Erwartungen – das sind keine technischen Skills. Das sind Denkweisen und vor allem Führungsqualitäten. Und genau deshalb bekommen gute Führungskräfte oft bessere Ergebnisse mit KI, auch ohne technisches Vorwissen. Gute Führungskräfte denken systemisch. Sie fragen sich automatisch: Welche Information fehlt hier? Wo habe ich Interpretationsspielraum gelassen? – Ob gegenüber einem Mitarbeiter oder einer KI.

Prompts sind nicht das Gegenteil von Führung. Sie sind das Werkzeug, durch das du führst. Die Zusammenarbeit sollte aber nicht mit einem Prompt beginnen – genauso wenig wie eine Aufgabe mit einer kontextlosen Anweisung.

Wie oft haben wir in unseren Trainings gehört: "Mein Team liefert nicht das, was ich erwarte." In fast jedem Fall fehlten klare Standards. Sobald die da waren, stimmten plötzlich auch die Ergebnisse.

Der Unterschied ist derselbe wie zwischen "Mach mal eine Präsentation" und einem durchdachten Briefing. Das eine ist ein Befehl. Das andere ist Führung.


Der Führungs-Check für deine KI-Arbeit

✅ Beim nächsten Prompt: Bevor du eine Aufgabe an KI gibst, nimm dir 30 Sekunden und ergänze einen Satz: "Das Ergebnis ist gut, wenn…" – und schau, was sich am Output ändert.

✅ Beim nächsten Ergebnis: Wenn es nicht ganz deinen Erwartungen entspricht, frag: "Was hast du dabei angenommen, das ich nicht gesagt habe?"

✅ Am Ende der Woche: Schreib drei Sätze auf: Was hat funktioniert, was nicht, was probiere ich nächste Woche anders?


Übrigens: Du kannst dir das Ergebnis gerne anschauen unter www.theagilehabit.de. Wir haben sogar einen interaktiven KI-Reifegrad Check eingebaut. Finde selbst heraus, wo deine Organisation mit ihrer KI-Adoption steht.

Wir sehen uns im nächsten Artikel,

Sophie von The Agile Habit

P.S. Wenn du deinen letzten Prompt einem neuen Kollegen geben würdest – hätte der genug Kontext, um zu liefern?

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