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Wieso du nie wieder eine Toolschulung brauchst

Wieso du nie wieder eine Toolschulung brauchst

Und warum das die beste Nachricht für Führungskräfte ist.

Sophie Gacs
Sophie Gacs
Co-Founder & Leadership Coach · The Agile Habit

Herzlich Willkommen zum Champions.Letter!

Letztens habe ich mitbekommen, dass eine Trainer-Kollegin für eine Word-Grundlagenschulung angefragt worden ist. Eines der Lernziele war: Die Teilnehmenden wissen, wie sie ein Dokument richtig abspeichern.

Mein erster Gedanke dazu: Puh, ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal selbst ein Dokument geöffnet, erstellt, geschweige denn selbst abgespeichert habe. Und ich wünschte, ich könnte dieses Wissen von meiner Festplatte löschen, um mehr Platz frei zu machen für wichtigere Fähigkeiten.

Und dann der zweite Gedanke: Die Teilnehmer:innen dieser Schulung lernen gerade etwas, das sie in ein paar Jahren, womöglich sogar wenigen Monaten nicht mehr brauchen werden.

Was wir aktuell erleben, ist ein Paradigmenwechsel.

Bisher war es doch so: Du willst ein Bild in PowerPoint zuschneiden. Dafür musst du den richtigen Knopf in der Werkzeugleiste finden, um dem Tool zu sagen: Ich will das Bild zuschneiden. Dann musst du selbst mit dem Mauszeiger drücken und halten, um auszuwählen, wie groß der Ausschnitt sein soll und welcher Bereich. Das sind sehr kleinteilige nonverbale Anweisungen. Aber wir haben einen entscheidenden Vorteil: den Instant-Abgleich. Zwischen dem Wunschbild in unserem Kopf und dem visuellen Ergebnis auf dem Bildschirm.

Diesen Instant-Abgleich haben wir mit KI so nicht.

Mit KI müssen wir uns das Wunsch-Ergebnis im Kopf erstmal vorstellen können, um es dann detailreich zu beschreiben. Dann prüfen wir das Ergebnis. Dafür müssen wir verstehen, was anders ist als wir eigentlich wollten. Warum hat die KI das so gemacht und nicht anders? Welche Information hat gefehlt? Welche Anweisung war irreführend? Und dann: Wie geben wir das als produktives Feedback zurück, bis das Ergebnis so ist, wie wir es uns anfangs vorgestellt haben?

Das braucht eine Kompetenz, die in keiner Word-Schulung vorkommt: Delegieren.

Menschen haben Jahrzehnte damit verbracht, Programme zu lernen. Welche Knöpfe wir drücken müssen, welche Menüs wohin führen, wie Benutzeroberflächen funktionieren. Wir haben nicht dafür gesorgt, dass der Computer uns versteht. Wir haben aufwendig gelernt, seine Sprache zu sprechen.

Das ist der Shift, der gerade passiert: Der Computer lernt, uns zu verstehen. Natürliche Sprache – getippt, gesprochen, egal. Ich tippe selbst fast nichts mehr, sondern lasse direkt transkribieren. Die Werkzeugleiste verschwindet. Die Knöpfe verschwinden. Was bleibt, ist die Fähigkeit, klar zu kommunizieren, wie wir uns das Ergebnis vorstellen.

Paradigmenwechsel: Bisher vs. Jetzt

Was PowerPoint nie von dir verlangt hat

Dieser Prozess – beschreiben, prüfen, Feedback geben, iterieren – ist viel näher an einem echten Mitarbeiter als an Computerbedienung. Im Grunde ist es Führung.

Du delegierst eine Aufgabe. Dein Gegenüber interpretiert die Anweisung auf seine Weise. Das Ergebnis ist nicht exakt das, was du im Kopf hattest. Idealerweise prüfst du nicht jeden einzelnen Schritt, sondern das Ergebnis. Und wenn es nicht passt, gibst du Feedback – so, dass beim nächsten Mal weniger Korrektur nötig ist.

An anderer Stelle haben wir das die Delegationsfalle genannt: den Reflex, Dinge lieber selbst zu machen, weil das Nachsteuern anstrengender scheint als es selbst zu erledigen. Bei KI ist es exakt das Gleiche. Wer keine klaren Anweisungen formulieren kann, wer kein konstruktives Feedback gibt, wer nicht loslassen kann – wird auch mit dem besten KI-Tool nicht weiterkommen.

Juliane und ich sind überzeugt: In naher Zukunft wird jeder Wissensarbeiter – eigentlich jeder, der digitale Arbeit macht – diese Führungskompetenzen brauchen.

Toolbedienung vs. KI-Führung

Unser Business OS

Wie weit das trägt, haben wir an uns selbst getestet.

Ohne großes technisches Know-how – fairerweise mit einer starken Tech-Affinität – habe ich ein komplettes Business OS, ein KI-Betriebssystem, für The Agile Habit aufgebaut. Und mit "komplett" meine ich: Wir bedienen nicht mehr einzelne Tools und kommunizieren nicht mehr mit einzelnen KI-Agenten. Die Intelligenz ist im System.

Das System ist multi-agentisch. Das bedeutet, dass auch die Unternehmensbereiche untereinander sich Ressourcen teilen und Aufgaben weiterreichen, wenn sie merken, dass etwas nicht mehr in ihrem Zuständigkeitsgebiet liegt.

Stell dir vor, du hast eine Organisation, in der jeder so effizient kommuniziert, dass Informationen und jedes Arbeitsergebnis in Echtzeit bei jedem anderen zur Verfügung steht – sobald er darauf zugreifen möchte. Eine super-vernetzte Organisation, in der jeder seine Zuständigkeiten, seine Rolle und seine Ansprechpartner kennt.

Wenn ich unseren Newsletter schreibe, zieht das System sich automatisch die relevanten Inhalte aus unserem wöchentlichen Content-Call, Tonalitäts-Richtlinien, prüft vergangene Ausgaben, kennt unsere Zielgruppe. Wenn Juliane ein Kundenmeeting vorbereitet, hat das System den Projektstand, die letzten Gesprächsnotizen, die offenen Punkte parat, ohne dass jemand eine Datei suchen oder eine Software öffnen muss.

Ich persönlich glaube nicht mehr an isolierte Assistenten, die nicht wissen, woran der jeweils andere gerade arbeitet. Warum sollte ich ein intelligentes System in eine Box sperren?

Aber – und das ist der entscheidende Punkt: Juliane und ich bleiben die CEOs unserer Organisation. Es geht hierbei nicht um volle Automatisierung. Wir zeichnen die Vision, die Strategie, wir entscheiden über Prioritäten.

Die KI führt aus. Wir führen die KI.

It is all about Leadership. Und das zeigt sich konkret: Gute Führungskräfte bekommen tatsächlich bessere KI-Ergebnisse.

Genau das zeigen wir unseren Kund:innen.

Wenn du sehen willst, wie unser KI-Betriebssystem in der Praxis aussieht – schreib uns. Ich zeig dir gerne, wie das bei uns funktioniert.

Wir sehen uns im nächsten Artikel,

Sophie von The Agile Habit

P.S. Kinder, die heute drei Jahre alt sind, werden uns schon bald fragen: Warum habt ihr Knöpfe gedrückt, statt der App einfach zu sagen, was ihr tun wollt?

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